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Neurologische Akutklinik

 

Neurologisches Zentrum Bad Zwesten

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Gedächtnisstörungen


Übersicht:
Gedächtnisstörungen: Begriffsbestimmung
Gedächtnisstörungen
: Vorkommen
Gedächtnisstörungen: Einteilung und Behandlungskonzepte  

Seit Beginn unseres Jahrhunderts hat sich die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen nahezu verdoppelt. Zunächst sollte man meinen, dass sich ältere Menschen an ihrem Lebensabend erfreuen können, dies ist bedauerlicherweise in zunehmenden Maße nicht der Fall.  

Ursache sind die „Gedächtnisstörungen“, die mit zunehmenden Alter immer häufiger werden. Für die Altersgruppe 65 bis 69 Jahren werden die Gedächtnisstörungen mit etwa 2 bis 5 % angegeben, in der Altersgruppe der 80- bis 90-jährigen liegt sie bei 24 %, bei den über 90-jährigen bei 30 %.  

Was bedeutet Demenz / Gedächtnisstörungen?  

Beim Begriff Demenz handelt sich um einen an sich sprachlich völlig falschen Begriff aus dem Lateinischen mit den Inhalten „de mens“. Das erste Wort „de“ ist an sich richtig, das zweite Wort falsch, es kommt nämlich von dem ursprünglichen Wort „mens“, d. h. „Geist“. Zusammenfassend muss man demzufolge davon ausgehen, dass „der Geist weggeht“. Dies bedeutet eine zunehmende Häufigkeit von so genannten „Hirnleistungsstörungen“. Als Folge dieser „Hirnleistungsstörungen“ treten Gedächtnisstörungen und Störungen des Denkvermögens, der Orientierungs- sowie der Auffassungs- und Konzentrationsfähigkeit auf. Diese zunehmenden Veränderungen behindern die normalen Aktivitäten des täglichen Lebens und Sozialkontakte.  

Am Ende dieser tragischen Entwicklung steht der kranke Mensch, der von Angehörigen gepflegt werden oder in Pflegeeinrichtungen eingewiesen werden muss.  

Bei der heutigen Entwicklung sind Angehörige im wesentlichen mit der Pflege dieser an Gedächtnisstörungen  - Erkrankten überfordert. Durch die zunehmend ungünstige Altersstruktur verschärft sich insbesondere das pflegerische Problem. Auch in Altenheimen oder „Seniorenresidenzen“ wird ein zunehmendes Defizit von den Pflegekräften beobachtet, sich mit dieser Personengruppe beschäftigen zu können.

Eine eigentliche ursächliche Behandlung von „Demenz“/Gedächtnisstörungen gibt es (noch) nicht, die wichtigsten Behandlungsziele sind:  

· Minderung des Leidensdrucks
· Solange wie möglich Erhalt der sogenannten „Alterskompetenz“
·
Solange wie möglich eigenständiges Leben in gewohnter Umgebung
 

Das Problem besteht grundsätzlich in den „unabdingbaren Begleiterscheinungen des Altersprozesses“, wohingegen Gedächtnisstörungen als ein „normales“ Nachlassen dieser Fähigkeiten abgegrenzt werden muss von einer „echten Demenz“.  

Bei diesem Punkt der diagnostischen und therapeutischen Abhandlung dieses Themas darf natürlich der Begriff „Alzheimer“ nicht fehlen.  

Es ist bedauerlich, dass dieser Begriff einen Eingang in die auch seriösen Publikationsorgane gefunden hat, der ihn verwässert und ihn zum „Spielball“ auch so genannter banaler Probleme innerhalb des täglichen Miteinanders werden lässt.  

Wenn jemand zum Beispiel den Autoschlüssel verlegt hat, kommt es nicht selten vor, dass die Umgebung dies als „Alzheimer“ abqualifiziert, obwohl es sich durchaus um einen normalen Vorgang handeln kann. Dies gilt unter anderem für Situationen, in denen man versucht, 3 Dinge hintereinander zu regeln, aber die 3. Aufgabe aufgrund völlig anderer Ursachen schlicht und ergreifend vergisst.  

Die Diskussion um den Begriff „Alzheimer“ hat - wie gesagt - in den letzten Jahren eine höchst fatale Entwicklung genommen. Dabei handelt es sich bei dem erstmals von Alois Alzheimer im Jahre 1907 beschriebenen Krankheitsbild einer relativ jungen Frau in den 50-er Jahren mit fortschreitenden erheblichen psychischen Auffälligkeiten bis hin zum Tod, um ein sehr eng begrenztes Krankheitsbild, was letztendlich auch durch die Sektion des Gehirns geklärt und auf bestimmte Veränderungen im Gehirn zurückgeführt werden konnte.  

Bezogen auf dieses eng umrissene Krankheitsbild ist es sicherlich notwendig bei Gedächtnisstörungen sowie der Demenz von 3 Kategorien zu sprechen:  

1. Die Alzheimer’sche Krankheit im engeren Sinne
2. Die Demenz/ Gedächtnisstörungen vom „Alzheimer Typ“
3. Die Gedächtnisstörungen aufgrund anderer Erkrankungen  

Eine andere Unterteilung definiert eine so genannte primäre Demenz und grenzt sie von sekundärer Demenz ab.  

Grundsätzlich gibt es nach der ICD10 eine allgemein akzeptierte Definition der Demenz in folgende Untergruppen:  

Gedächtnisstörungen: Symptome  

Beeinträchtigung höherer corticaler Funktionen einschließlich Gedächtnis, Denken, Orientierung, Auffassung, Rechnen, Lernfähigkeit, Sprache und Urteilsvermögen.

Der Ausprägungsgrad beeinträchtigt die Erkrankte oder den Erkrankten in persönlichen Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL). Die Dauer der Entwicklungssymptomatik dauert mindestens 6 Monate. Ausschlußkriterien sind Bewusstseinsstörungen aus anderer Ursache. Der Verlauf ist gewöhnlich chronisch oder fortschreitend.  

Die Demenz vom Alzheimer-Typ setzt schleichend ein und ist durch eine zunehmende fortschreitende Entwicklung gekennzeichnet. Typisch für die Demenz aufgrund von Hirndurchblutungsstörungen ist der eher phasenhafte Verlauf mit plötzlichen Verschlechterungen und allmählichen, meist unvollständigen Besserungen.  

Im Verlauf der Erkrankung akzentuieren sich diese gemeinsamen ausgelösten Hirnschädigungen und führen insgesamt zu einer Verschlechterung des Erkrankungsbildes, d. h. die Symptome beider ursächlicher Formen vermischen sich.  

Bei der so genannten „primären Demenz“, die wiederum auch als Morbus Alzheimer bezeichnet werden muss, ist das Gehirn primär von der Erkrankung betroffen. Hier findet sich ein zunehmender Untergang bestimmter Teile der Großhirnrinde und Ablagerung von pathologischem Eiweiß (Amyloid)

Dem entgegen gestellt werden muss die so genannte subcortikale arteriosklerotische Encephalopathie (SAE). Hierbei finden sich kleinste Gewebsschädigungen, hervorgerufen durch kleinste Blutungen in das umliegende Hirngewebe.  

Gedächtnisstörungen: Sekundäre Demenz  

Hierunter versteht man Zustände von zunehmenden Hirnleistungsstörungen, unter anderem auch durch Störungen von Drüsenfunktionen sowie Stoffwechsel- und Vitaminmangelkrankheiten. Auch Hirnentzündungen, bestimmte Arten von Hirntumoren sowie Vergiftungen können zu diesen Formen der Demenz/Gedächtnisstörungen führen.  

Entscheidend ist die ausführliche Diagnostik der Grunderkrankung, die Behandlung derselben, was dann auch dazu führt, dass die persönlichkeitsbedingten Auffälligkeiten umkehrbar sein können.  

Wir sind uns dahingehend einig, dass die sogenannte sekundäre Demenz zum größten Teil behandelbar ist, wohingegen es Schwierigkeiten gibt bei der sogenannten primären Demenz.  

Gedächtnisstörungen: Wichtig sind Ursachenforschung und Diagnosestellung  

Am Anfang steht immer die sehr sorgfältig erhobene Anamnese, die ganz eindeutig auch durch Befragungen der Umgebungspersonen (Angehörige, Lebenspartner etc.) ergänzt werden muss.  

Zu untersuchen ist das Herz-Kreislauf-System, der Lungenstatus und das sogenannte Risikofaktorenprofil (Hypertonie, Diabetes mellitus, Nikotin, Alkohol, Übergewicht).  

Die Labordiagnostik umfaßt die Blutsenkung, das kleine Blutbild, den Blutzucker, die Fettwerte, die Leberfunktion, die Elektrolyte, die Nierenwerte, Folsäure und Vitamin B 12, Urinstatus und insbesondere die Schilddrüsenfunktion.  

Im Grunde genommen muss zu jeder neurologischen Untersuchung eine Abklärung der Schilddrüsenfunktion gehören, weil Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse eine Fülle von neurologischen Erkrankungsbildern bis hin zu erheblichen Persönlichkeitsveränderungen bieten können. Bei entsprechender Behandlung einer Schilddrüsenfunktionsstörung können diese Phänomene gelegentlich „wie Butter an der Sonne“ verschwinden.  

Natürlich ist auch die Erhebung des psychiatrischen Befundes wichtig, hier insbesondere zum Ausschluss einer Depression.  

Der neurologische Status sollte die Beurteilung der Hirnnerven, der Reflexe und der Motorik umfassen.  

Im weiteren Verlauf gibt es Möglichkeiten zur Beurteilung geistiger Funktionen, speziell gewisse, auch für Alterskranke evaluierte Testuntersuchungen.  

Apparativ sollte ein EEG nicht fehlen, eine Computertomographie, eine Kernspintomographie bis hin zu spezielleren Untersuchungsmethoden wie Positronenemissionstomographie (PET).  

Wichtig ist, und darauf sei nochmals hingewiesen, die Differentialdiagnose zwischen „Depression und Demenz“, wofür die folgende Tabelle dienen soll (nach Maurer): 

Hinweise auf Depression

Hinweise auf Demenz/Gedächtnisstörungen

Subjektive Klagen stärker als objektive Befunde

Bagatellisiert

Depressive Stimmung, labil

Affektlabil, leicht umstimmbar

Schuldgefühle und Versagensangst

Verneint, beschuldigt andere, konfabuliert

Unsicher gegenüber Anderen

Fordernd

Stimmung und Wahngedanken
kongruent

Wahnideen oberflächlich,
teils oberflächlicher Natur

Rascher Beginn,
Dauer weniger als 6 Monate

Meist langsamer Beginn,
erste Zeichen datieren länger als 1 Jahr zurück

Remission der Depression
und der kognitiven Störungen parallel

Bei Ansprechen auf Antidepressiva
Persistieren der kognitiven Störung

Schlaflosigkeit, weniger nächtliche Unruhe

Deutliche nächtliche Unruhe

Familiäre Belastung mit Depression

Familiäre Belastung mit Demenz

Keine Orientierungsstörung,
weiß Hilfe zu finden

Desorientiert, ungezielt,
Hilfe suchend

Gedächtnisstörungen: Therapiekonzepte in der Hardtwaldklinik I
Gedächtnisstörungen: Therapieangebote
Gedächtnisstörungen: Neurologisch-psychiatrische Diagnostik und Therapie

Die Klinik verfügt über sämtliche Möglichkeiten gezielter und moderner neurologischer Diagnostik (EEG mit Langzeit-EEG, EMG/ENG, evozierte Potentiale, Doppler- und Duplex-Sonographie, transkranielle Magnetstimulation) in Verbindung mit neuroradiologischen Techniken (CT, MRT, DSA, Myelographie, Nativröntgen, Ultraschall). Die Abteilung wird von erfahrenen Nervenärzten mit den Zusatzbezeichnungen „Psychotherapie“ und „Rehabilitationswesen“ geleitet. Der Chefarzt ist zusätzlich „Arzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin“. Die Verfolgung einer wissenschaftlich begründeten neurologisch-psychiatrischen Basismedikation ist ebenso gewährleistet wie akute Interventionsmöglichkeiten im Rahmen der Neurologischen Akutklinik  (Neurologisches Zentrum).  

Gedächtnisstörungen: Neuropsychologische Diagnostik und Therapie

Sie basiert auf pädagogischen, psychologischen und neuropsychologischen Prinzipien und Erfahrungswerten. Die NPT-Mitarbeiterinnen haben langjährige Erfahrungen in entsprechenden Therapie- und Interventionsformen. Sie bieten belastungsmäßig abgestufte Gruppen- und Einzelsitzungen mit speziellem Arbeitsmaterial und PC-Training an. Mit Literatur- und Software-Empfehlungen wird Beratung für Selbsthilfe und Eigentraining angeboten. 

Die Abteilung Psychologie in der Neurologie wird von einer Klinischen Neuropsychologin (GNP) geleitet, drei weitere Dipl. PsychologInnen verfügen über diese Zusatzbezeichnung. Die MitarbeiterInnen haben jahrelange Erfahrungen in der Klinischen Neuropsychologie und Psychotherapie. Sie haben neben ihrer langjährigen klinisch-psychologischen Erfahrungskompetenz Zusatzausbildungen in anerkannten psychotherapeutischen Verfahren wie tiefenpsychologisch orientierter Gruppenpsychotherapie, Verhaltenstherapie, Gestaltpsychotherapie, und Familientherapie. Additiv werden zudem gängige Entspannungs­verfahren wie Autogenes Training, Jacobson und Progressive Muskelrelaxation (PMR) angewendet.

Gedächtnisstörungen: Physikalische Therapie

Die Abteilung ist direkt in das Rehabilitationskonzept eingebunden. Neben klassischen Behandlungsformen wie Massagen, Fango und Hydrotherapie mit Entspannungseffekten werden adjuvante Methoden wie Akupunktmassagen, Fußreflexzonenmassagen, Interferenz­stromtherapie und Lymphdrainage angeboten (seit neuem Laser-Behandlung in Zusammenarbeit mit der Abteilung Physiotherapie).  

Gedächtnisstörungen: Physiotherapie (Krankengymnastik)

Die Abteilung verfügt bei einem psychosomatisch erkrankten Personenkreis über weitreichende Erfahrungen mit Methoden wie „Rückenschule“ (ergonomische Haltungsproblematik, Umgehen mit dem eigenen Körper), Manueller Therapie, Isometrie, Schwimmtherapie nach Macmillan, Atem- und Entspannungsgymnastik, Feldenkrais und Yoga.  

Gedächtnisstörungen: Sport- und Mototherapie

Im Breiten- und Behindertensport werden moderne Sportarten erlernt und wiederentdeckt. Die Belastung wird auf die individuelle körperliche Leistungsfähigkeit abgestimmt (Gymnastikgruppen, sportliche Spiele, Herz-Kreislauf-Training, Schwimmen). Bewegung und Sport fördern die positive Beschäftigung mit dem eigenen Körper und das Vertrauen zu ihm. In der Körper- und Bewegungsarbeit kommen sportliche, entspannende und meditative Vorgehensweisen zur Anwendung. Aus dem Sport entlehnte Techniken werden bei der Bewegung auf dem Trampolin oder im Wasser, beim Bogenschießen oder bei der Bewegungsmeditation nutzbar gemacht.  

Gedächtnisstörungen: Problemstellung

Wie soll man dem „Betroffenen“ klarmachen, dass er „Schwierigkeiten“ in dieser Richtung entwickelt bzw. schon hat, dass er „auffällt“ im Verhalten, dem Umgang mit ArbeitskollegInnen und Vorgesetzten, dass aber seine „Gedächtnisprobleme“ oder die Einschränkung der psychophysischen Leistungsbreite nicht Ausdruck von „Alter“ und/oder „nachlassender Leistung“ mit vielleicht „gefährlicher Situation“ im Arbeitsalltag sind, sondern immer wieder auftretende und sich akzentuierende Fehleinschätzungen der eigenen Leistung und besonders des Erlebens der eigenen Leistung. 

Diese können auch nur einen temporären „Krankheitswert“ haben und sind durchaus behebbar, es sei denn, auf Seiten des „Betroffenen“, des Arbeitgebers und des Therapeuten besteht Problembewußtsein in diese komplexe Richtung mit Ziel von Akzeptanz und interventioneller multifokaler Therapie. Dies schliesst natürlich eine interdisziplinäre Sicht des Problemfeldes, gerade unter Einschluß des Arbeitgebers, und einer präventiv orientierten Kostenträgerschaft ein.  

Ihr Prof. Dr. F. L. Welter
Ärztlicher Direktor, Chefarzt Neurologie
Arzt für Neurologie u. Psychiatrie, Arzt für Physikalische Medizin

Animationen animierte Augen

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Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.

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Aktualisiert: Juli 2010

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